Montag, 11. September 2017

Aktueller Stand Anlage Merzhausen und Gegendarstellung zum Artikel "Streit um die Kröte geht weiter"

Anlage Merzhausen


Wie in unseren vorherigen Posts berichtet, wurde von der Umweltgruppe Weilrod AGENDA 21 sowie dem stellvertretenden Leiter des Forstamtes Weilrod, Herr Thomas Götz ohne jegliche Fachkenntnisse über stationäre Anlagen, speziell über Leitplanken, vorweisen zu können, durchgesetzt, dass der alte marode Amphibienschutzzaun aus Holz auf der Wiesenseite, also Teichseite, entgegen jeder Überzeugung gebaut wurde. Auch entsprechende Fachexperten waren demnach nicht vor Ort um den Verbau anzuleiten.

Bei der diesjährigen Amphibienrettungsaktion stellte sich nun, wie bereits von uns prognostiziert, heraus, dass die verbauten Leitplanken als Amphibienschutz gänzlich nicht funktionieren. Somit wären zusätzlich Hunderte von Amphibien dem Straßentod zu Opfer gefallen, wären wir nicht vor Ort gewesen, um die Tiere abzusammeln.

Sowohl wir als auch anerkannte Fachexperten, die wir um Ihre Einschätzung baten, stellten (mind.) 13 schwerwiegende Mängel fest und bestätigten uns jeweils schriftlich, das die Funktionalität hier nicht gegeben ist und vermutlich auch nie gegeben sein wird. Trotz aller Fakten streitet die AGENDA 21 jedoch nach wie vor ab, dass die Leitplanken nicht funktionieren, obwohl auch ihr inzwischen unsere Foto- u. Videodokumentation vorliegt und ihr zudem auf eigene Nachfrage beim Experten ebenfalls schriftlich bestätigt wurde, das sie das hätten so nie bauen dürfen! Stattdessen wird über die Presse scheinbar versucht, das Ganze sowohl öffentlich als auch gegenüber den Behörden herunterzuspielen und uns aus dem Gebiet wegzudrängen, wie der letzte Artikel "Streit um die Kröte geht weiter" vom 20.07.17 in der Taunus-Zeitung, Usinger Land anschaulich zeigt. In diesem werden nachweislich unwahre Behauptungen über uns genannt, die wir mit unten stehendem Statement gerne korrigieren möchten.

Darüber hinaus haben wir inzwischen einen ausführlichen Bericht aufbereitet und diesen den Behörden vorgelegt. Wir möchten zum einen vermeiden, das dort weitere Behördengelder, von dem ohnehin schon viel zu engen Budget für Amphibienschutz, derart weiter unsachgemäß als auch unfachmännisch verbaut werden und möchten zum anderen dafür sorgen, das die Tiere am Meerpfuhl einen angemessenen Schutz vor dem jährlich drohenden Straßentod erhalten, dafür setzten wir uns ein. Um die Brisanz des Zustandes zu verdeutlichen möchten wir nachfolgend 4 der schwerwiegenden Mängel kurz erläutern.

1. Die Leitplanken beinhalten Absätze auf halber Höhe:
Durch die Absätze wird erreicht, dass die Vielzahl der Tiere nicht vor den Leitplanken laufen, sondern in den Absätzen. Dadurch werden die Tiere nicht in die Fallröhren, sondern über die Röhren hinweg geleitet. Dadurch gelangen sie an die Lücken und Fugen, die sich ebenfalls an dem Verbau befinden und können durch diese hindurch oder klettern gleich über die Leitplanke, wie die Bilder und die über nachfolgende Links aufrufbaren Videos eindrucksvoll belegen:



Die Tiere laufen in bzw. auf den Absätzen und werden somit über die Falltunnel geleitet, siehe auch Videodokumentation Amphibien laufen in den Leitplankenabsätzen

2. Fehlen einer freien Wand in ausreichender Höhe (Grundanforderungen an Leitsysteme)
Die Tiere können die Leitplanken ohne größere Schwierigkeiten überwinden, da
a.) die Mindesthöhe für Amphibienschutzzäune nicht gegeben ist,
b.) das Gras sehr schnell "Brücken" entstehen lassen wird, die sich die Tiere zu Nutze
machen (Wer soll eine so penible Pflege vornehmen damit das nicht passiert?)


Auf dem Foto links ist zusehen, wie eine Erdkröte auf die Leitplanke hoch geklettert ist. Sie sitzt zum Absprung bereit. Wichtig und entscheidend hierbei: Wo eine "ausgewachsene" Erdkröte drüber kommt, da kommen erst recht auch die Frösche, die ja bekanntlich ziemlich hoch springen können, sowie alle Amphibien-Jungtiere drüber.












3. Die Leitplanken sind nicht bündig mit den Tunneln bzw. schließen nicht unmittelbar an das Tunnelsystem an.
Somit ergeben sich bei einigen Fallröhren / Durchlässen Entfernungen von ca. 30 cm bis hin zu ca. 1,20 m. Diese Abstände bewirken, dass die Tiere NICHT in das Tunnelsystem geleitet werden, sondern die Tiere an dem Tunnelsystem schlicht vorbei laufen.



Das Bsp.-Foto zeigt, das die Leitplanken mit dem Tunnelsystem nicht fachmännisch verbunden wurden. Somit können die Tiere zwischen dem Falltunnel (vorne rechts im Bild) und der Leitplanken durchlaufen.







4. Fatal: „U-Teile“ führen die Tiere von den Tunneln weg:
Die „U-Teile“ der Leitplanken führen die Tiere von den Tunneln weg, in die sie eigentlich
laufen sollen. Darüber hinaus stellen diese für die Tiere eine Gefahr dar, weil:
a.) sich Tiere in den U-Teilen sammeln können – Wanderstau,
b.) die Tiere ggf. nicht (sofort) wieder rausfinden,
c.) sich die Tiere dadurch stapeln und sich tot trampeln bzw. die Leitplanken überklettern
können



Statement (Gegendarstellung) zum Artikel "Streit um die Kröte geht weiter" vom 20.07.17 in der Taunus-Zeitung, Usinger Land

In dem Artikel heißt es....

1.) Falsch:  "..es gäbe immer wieder neue Anschuldigungen und Beschwerden...behauptet von Cromm"
Richtig ist: Das ein ausführlicher, sachlich und fachlich aufgesetzter Bericht inkl. der entsprechenden Beweisdokumentation über die fehlende Funktionalität der Anlage in Merzhausen aufgesetzt und an die zuständigen Behörden weitergeleitet wurde. Auch der Umweltgruppe Weilrod AGENDA 21 lag zum Zeitpunkt des Artikels bereits schriftlich auf deren eigene Nachfrage bei einem der Fachexperten vor, dass sie dies so niemals hätten bauen dürfen.

2.) Falsch: Weiter heißt es dort von Cromm behauptet: "Alle, die Agendagruppe, die Obere und die Untere Naturschutzbehörde haben die Leitplanken-Version befürwortet, da die vom Amphibienteam Hochtaunus favorisierte Version mit Spezialzäunen aus L-Blechen und einer entsprechenden Lauffläche für die Amphibien viel zu teuer sind..."
Richtig ist:
a) Wir haben NIE von Spezialzäunen aus L-Blechen.... gesprochen, sondern haben aus Kostengründen immer einen neuen Holzzaun favorisiert.
b) Die Umweltgruppe Weilrod AGENDA 21 hat von der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) Geld erhalten, noch BEVOR klar war, das diese Leitplanken verbauen will.
c) Gegenüber der Oberen Naturschutzbehörde (ONB) wurde sich dahingehend geäußert, man wolle Leitplanken und hat darauf bestanden. Woran Herr Götz fest macht, dass, Zitat:
"...Leitplanken in ihrer Funktion zur Rettung der Amphibien in Ordnung seien" ist nicht nachvollziehbar.

3.) Falsch: Der Abschnitt "Kein Gutachten". Hier wird der Sachverhalt so dargestellt, als hätten wir von Gutachten gesprochen, die dann aber auf Nachfrage der Zeitung doch nicht existierten.
Richtig ist:
Es wurde immer von "Meinungen /Beurteilungen" der Fachexperten gesprochen und auch zu jeder Zeit gegenüber der Zeitung so kommuniziert, siehe auch vorherigen Artikel "Streit um den Meerpfuhl - Amphibienteam Hochtaunus und Agendagruppe 21: Zoff wegen Krötenrettung" vom 13.05.17 in der Taunus Zeitung, Usinger Land

4.) Falsch:
Die Behauptung "...Fr. Wiesner sei mit Fr. Holdefer eines schönen Abends am Zaun in Streit geraten...."
Richtig ist: Es gab keinen gemeinsamen Einsatz.

5.) Falsch: "....weil Wiesner per Mail und über Whats-App gegen den Leitplankenzaun gewettert habe.."
Richtig: Das Helferteam wurde rein sachlich per Mail darauf aufmerksam gemacht, das die Tiere über die gesamte Strecke hinweg auf die Straße gelangen können.

6.) Falsch: Der Artikel verschweigt die Tatsache, das die Tiere die Blanken überwinden können.
Richtig ist: Zu diesem Zeitpunkt lagen bereits Videodokumentationen vor, die zeigen, das die Tiere über die Leitplanken kommen.



Donnerstag, 24. August 2017

Jahresrückblick 2016


Das Kalenderjahr 2016 war für Amphibien Hochtaunus ein sehr ereignisreiches Jahr, in dem wir einem unserer Ziele ein ganzes Stück näher gekommen sind.

Februar 2016


Um auf die jährliche Hauptwanderung der Amphibien im März/April und deren Problematik z.B. durch Straßentod aufmerksam zu machen veranstalteten wir im Februar 2016 an 3 Samstagen verschiedene Workshops für Groß und Klein, verbunden mit einer Schaufensterausstellung. Beides fand in der Stadtbibliothek in Königstein statt.

Den Anfang machte ein Workshop für Kinder von 3-5 Jahren mit ihren Eltern. Hier wurde gebastelt, erzählt und gequizzt. Am darauffolgenden Samstag waren dann die Erwachsenen an der Reihe. Die Teilnehmer erfuhren unter anderem Interessantes zum alljährlichen Wanderverhalten der Tiere, der damit verbundenen Gefährdung durch den Menschen und der Notwendigkeit des Amphibienschutzes, zum Beispiel als ehrenamtlicher Amphibienhelfer. Der letzte Workshop stand Kindern im Alter von 6-10 Jahren zur Verfügung. Alle Veranstaltungen konnten kostenlos durchgeführt werden und wurden zahlreich besucht. Auch die Schaufensterausstellung kam bei den Passanten gut an.




März und April 2016


Neben unserer jährlichen Rettungsaktion am Bärenfichtenweiher waren wir auch am Meerpfuhl bei Merzhausen aktiv. Hier galt es nach den provisorischen Zaunreparaturen auch überall dort mobilen Zaun aufzustellen, wo eine Reparatur nicht mehr möglich war bzw. die Zaunanlage scheinbar zu kurz ist. An beiden Einsatzorten waren wir sowohl morgens als auch abends mit unserem ehrenamtlichen Helferteam im Einsatz und konnten somit neben unserer Rettung auch wieder eine ausführliche schriftliche Dokumentation anfertigen, insbesondere mit aufschlussreichen Erkenntnissen bzgl. der Funktionalität der Leitanlage in Merzhausen. Neben den vielen geretteten Amphibien konnte auch die Rettung einer ausgesetzten Schildkröte vorgenommen werden, die bei einer Helferin ein vorübergehendes neues Zuhause fand und aufgepäppelt wurde.

Die Ergebnisse unserer Rettungsaktionen können unter "Ergebnisse" nachgelesen werden.


Einsatzort Merzhausen - Mobiler Zaun und Tod von vielen Amphibien durch Waldarbeiten in der Wanderungszeit


Nach weiteren provisorischen Zaunreparaturen durch uns  wurde vor Beginn der Wanderung zusätzlich noch mobiler Zaun aufgestellt.


An dieser Stelle wurde von uns der Holzzaun um ein Stück mobilen Schutzzaun ergänzt, da die Tiere aus dem unteren Waldstück sonst direkt auf die Straße gelangen können.

Entsetzlicherweise wurde genau in der Hauptwanderungs-zeit der Amphibien entgegen des Bundesnaturschutz-gesetzes, § 39, welches besagt, dass zwischen 1. März und Ende September keine Baumfällarbeiten durchgeführt werden dürfen, eine große Menge Holz geschlagen und mit schweren Gerätschaften abtransportiert, so dass viele Tiere, die sich bereits in diesem Waldstück aufhielten den Holzarbeiten zu Opfer fielen. Lt. Aussage der Unteren Naturschutzbehörde seien diese Arbeiten jedoch trotzdem zulässig gewesen.

Zwar konnten die Arbeiten von einer engagierten Helferin aus unserem Team, die auch Mitglied im BUND ist, vorerst gestoppt werden, wie sehr der Population jedoch tatsächlich geschadet wurde kann nicht gesagt werden. In dem damaligen Zeitungsartikel entschuldigte sich der zuständige Revierförster, Karl-Matthias Groß für die Arbeiten, er habe es schlicht nicht auf dem Radar gehabt. Link zum Artikel: Amphibientod durch Waldarbeiten


Einsatzort Niederreifenberg

Um die Einfahrt am Parkplatz für die Amphibien provisorisch abzusichern wurde nach Rücksprache und Genehmigung durch den dortigen zuständigen Revierförster  beim Forstamt Königstein eine mobile Absperrung gebastelt, die an Abenden mit besonders viel Wanderung vor Beginn des Einsatzes aufgestellt und nach Beendigung wieder abgebaut werden kann. Hierbei kann der vordere Parkplatzbereich trotzdem noch befahren werden. Dies stellt jedoch nur eine vorübergehende Lösung dar, bis die wichtige fehlende Stopprinne von den Behörden genehmigt und gebaut worden ist, ein entsprechender Antrag ist bereits gestellt.


Die mobile Absperrung verbindet die beiden mobilen Zaunenden der Schutzzäune links und rechts.

Hier noch rechts im Bild zu sehen: Der mobile Zaun, der jedes Jahr auf- und wieder abgebaut werden musste.





Nach der Wanderung ist vor der Wanderung


Niederreifenberg


Wie mit der Oberen Naturschutzbehörde vereinbart starteten wir nach der Wanderung mit der Planung und Umsetzung der Zaunverlängerung. Erste Vorbereitungen hierfür nahmen wir bereits im letzten Quartal 2015 vor, wie man dem vorherigen Post entnehmen kann.

Beim Bau galt es zu beachten, das dieser nicht in die spätere Jungtierwanderung der Amphibien fällt und bis zur Herbstwanderung fertig ist. Außerdem war es wichtig, dass wir mit unserem Amphibien-Know-How regelmäßig vor Ort waren um zu gewährleisten, dass der Zaun auch den späteren Anforderungen gerecht wird.  Hierbei war es vorteilhaft, dass die beauftragte Firma bereits Kenntnisse im Bau von Holzschutzzäunen im Amphibienschutz hatte und sowohl die Zusammenarbeit als auch die Kommunikation an dieser Stelle reibungslos verliefen. Um die Kosten zu minimieren wurde der Firma das Material von uns selbst ausgelegt und der sogenannte Überkletterungsschutz später in Eigenleistung von uns, Amphibien Hochtaunus, selbst gebaut.

Anstelle des mobilen Schutzzauns sorgt nun ein stationärer Holzzaun für den dauerhaften Schutz der Amphibien.

Hier: Verlängerung Richtung Schmitten.




Jetzt fehlt nur noch die wichtige Stopprinne an der Parkplatzeinfahrt, um die beiden Holzzaunenden zu verbinden.







Zaunverlängerung Richtung Niederreifenberg.



Durch eine großzügige Spende konnten wir zusätzlich noch spezielle Umkehrelemente an den jeweiligen Zaunenden anbringen, die künftig dafür sorgen, das die Tiere wieder zurück an die Anlage geleitet werden.  Der Überkletterungsschutz sorgt schließlich dafür, das die Amphibien nicht über den Zaun klettern können.






Merzhausen

Hier wurde nun von der Umweltgruppe AGENDA 21 Weilrod auf der Wiesenseite der alte marode Holzzaun abgerissen und durch Leitplanken ersetzt. Ursprünglich war vereinbart, das dies bzgl.  eine Absprache mit uns erfolgt, damit wir mit vor Ort sein können und unsere Erkenntnisse über die Anlage und die Amphibien einbringen können. Leider wurde dieser Vereinbarung nicht nachgekommen, was dazu führte, das die Leitplanken offensichtlich gänzlich ohne jegliche fachliche Anleitung verbaut wurden.

Als wir uns den Verbau später vor Ort ansahen, mussten wir bereits erhebliche Mängel feststellen. Wir dokumentierten alle Auffälligkeiten und informierten an dieser Stelle bereits die Behörden und wiesen noch einmal darauf hin, das die Leitplanken ungeeignet sind, da diese bereits die erforderliche Mindesthöhe schon nicht gewährleistet. Man verwies uns zunächst darauf, das die Arbeiten noch nicht abgeschlossen seien und es sich somit zunächst um den Rohbau handelt. Bereits hier konnte jedoch mit der von uns eingeholten Meinung eines anerkannten Fachexperten schnell festgestellt werden, das diese Leitplanken als stationärer Amphibienschutz, vermischt mit einem alten stationären Tunnelsystem, weder jetzt noch künftig funktionieren kann und wird.

Auf die Frage, wieso die AGENDA 21, Umweltgruppe Weilrod sowie der stellvertretende Leiter des Forstamtes Weilrod, Herr Thomas Götz, der diesen Verbau hauptsächlich zu verantworten hat  auf diese Leitplanken bestand konnte bislang keine fachlich plausible Argumentation vorgebracht werden. Stattdessen beruft man sich hier lediglich auf eine angebliche "Empfehlung" sowie darauf, dass es sich hierbei nun mal um die günstigste Variante handelt. Das sich Leitplanken als stationäre Anlage im Amphibienschutz jedoch schon vor 30 Jahren als gänzlich ungeeignet erwiesen haben  wird ignoriert und heruntergespielt.

Erst bei der nächsten Amphibienwanderung im Frühjahr 2017 wird sich live zeigen, inwiefern eine Funktionalität hier gegeben ist oder nicht. Wir werden darüber weiter berichten.



Abgerissener Holzzaun auf der Wiesenseite am Meerpfuhl bei Merzhausen. Dokumentiert von Amphibien Hochtaunus.




Freitag, 18. August 2017

2015: Große Holzlieferung für Projekt Niederreifenberg / Lokale Umweltgruppe AGENDA 21 verhindert Holzlieferung für Merzhausen

September / Oktober 2015


Nachdem wir für unsere beiden Projekte (Zaunverlängerung Niederreifenberg und Instandsetzung der Amphibienleitanlage bei Merzhausen) mehrere Anträge bei der Oberen Naturschutzbehörde einreichten bekamen wir nun endlich die erfreuliche Nachricht, das unsere Projekte unterstützt werden sollen.


Jetzt gab es kurzfristig einiges zu organisieren und zu klären, denn es sollte noch in diesem Jahr (2015) das erforderliche Material geliefert werden. Es stellten sich also u.a. folgende 
Fragen für beide Projekte:


Welches Material und wie viel wird benötigt?
Wo kann das Material bis zum Verbau gelagert werden?
Wer wird zu welchen Teilen an dem Verbau beteiligt sein?
Kann gewährleistet werden, das der Verbau des Materials zeitnah erfolgen wird?


In enger Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb Königstein war es uns möglich für das Projekt in Niederreifenberg alles Notwendige kurzfristig und unkompliziert zu besprechen und zu organisieren. So half uns das Forstamt Königstein bei der Erstellung der umfangreichen Materialliste und stellte uns eine Lagerungsmöglichkeit zur Verfügung. Nach guter Vorbereitung nahm Amphibien Hochtaunus die Lieferung entgegen und lagerte es an dem zur Verfügung gestellten Platz ein.



Materialanlieferung für Zaunverlängerung in Niederreifenberg.











Das mit dem Kran angelieferte Holz galt es anschließend in dem Unterstand einzulagern.


Mit einer Helferkette konnte alles relativ zügig umgestapelt werden.









Geschafft. Alles eingeräumt und ordentlich geschichtet. Anschließend wurde noch ein Zaun mit Schloss und mehreren zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen vorgenommen, um das Holz  nicht nur wetterfest zu lagern sondern auch so diebstahlsicher wie möglich zu bekommen. 






Umweltgruppe AGENDA 21 und stellvertretende Leiter des Forstamts Weilrod setzen Leitplanken durch und verhindern somit Holzlieferung für Instandsetzung der Amphibienleitanlage bei Merzhausen


Für das Projekt in Merzhausen, bei welchem es sich eigentlich um die Instandsetzung der Anlage handelt ging es leider nicht so unkompliziert zu. Nach dem wir hier bereits in 2014 den alten maroden Holzzaun aufwendig provisorisch reparierten und auch nach einer hierfür von uns einmaligen Helferanfrage bei der Umweltgruppe AGENDA 21 keine Unterstützung bekamen (wir bekamen lediglich ein Werkzeug zur Verfügung gestellt) wurden wir plötzlich Anfang des Jahres von dieser Gruppe vor vollendete Tatsachen gestellt:

Die Umweltgruppe, die bis dato nichts sowohl mit der Amphibienleitanlage als auch mit den Rettungsaktionen der Tiere in Merzhausen zu tun hatte und grundsätzlich nach eigener Aussage lediglich im Bereich Weilrod neben der Krötenrettung mit mobilen Schutzzäunen (überwiegend mit morgendlicher Betreuung) mit einer Vielzahl von weiteren Themen (wie z.B. u.a. Obstbaumschnitt, Streuobstwiesen pflegen, Vogelhäuschen aufhängen etc.) unterwegs ist und keine Kapazitäten für ein solches Projekte habe, kündigte uns nun an, man habe kurzfristig Geld bei der Unteren Naturschutzbehörde für Merzhausen abgerufen. Und das, obwohl wir hier schon längst tätig waren und mit den Behörden in Kontakt standen! Darüber hinaus ließ uns die AGENDA unmissverständlich wissen, das ausschließlich sie über Kompetenzen einer "Ausschreibung" für eine Zaunerneuerung etc. verfügen würden. Auch für die Verkehrssicherheitsmaßnahmen, die wir für unsere Reparaturmaßnahmen zusammen mit der Polizei und der Straßenbehörde in einem Ortstermin durch sprachen und später organisierten wurde wir lediglich kritisiert und schlecht gemacht. Unsere umfangreichen, langjährigen Erfahrungen im Amphibienschutz, besonders mit stationären Leitanlagen, interessierte an dieser Stelle Niemanden. Unter all diesen Umständen konnte eine Zusammenarbeit nicht zustande kommen. 


Als wir schließlich jetzt im September/Oktober 2015 von der Oberen Naturschutzbehörde (ONB) auch für Merzhausen das Material für einen neuen Holzzaun hätten bekommen können wurde dies von dem dort zuständigen Forstbetrieb (deren Person ebenfalls in der AGENDA!) als auch von Hr. Cromm, Leiter der AGENDA nicht befürwortet und unterstützt. Man WOLLE ausrangierte Leitplanken und keinen Holzzaun, so die Äußerung des Forstbetriebes Weilrod gegenüber der ONB. Somit wurde uns von der Behörde mitgeteilt, das man beabsichtige dem Forstbetrieb "nachzugeben" und die dortige Wiesenseite von der AGENDA mit ausrangierten Leitplanken bauen zu lassen. Somit wurden für den späteren Bau Leitplanken eingelagert. Das Geld, welches die AGENDA Anfang des Jahres erhielt sollte dann für den Verbau verwendet werden. Für die Waldseite sei jedoch, aufgrund der Hanglage, nur ein neuer Holzzaun möglich, deren Bau dann von uns übernommen werden sollte, so die ONB. Da wir bis dato über keinerlei Erfahrungen zu Leitplanken im Amphibienschutz hatten konnten wir nur darauf hinweisen, man solle diese Möglichkeit nochmal überdenken und prüfen. Welche schwerwiegenden Konsequenzen der Verbau der Leitplanken für die Amphibien haben würde, sollte sich später noch herausstellen.